Ratinger Bienenzuchtverein

von 1868 e. V.

Stadtimkerei in Ratingen ?

Statdtimkerei – Nicht  nur ein Thema in großen Ballungsräumen, sondern auch in Ratingen

 

Während in vielen ländlichen Regionen Deutschlands Bienen und Imkerei rückläufig sind, entwickelt sich nicht nur in Großstädten wie New York, Berlin oder Frankfurt auf Dächern, Balkonen und Terassen ein neuer Trend sondern auch in Ratingen: Die Stadtimkerei

Dabei stehen weniger eigennützige Gründe wie Honigvermarktung und –verkauf im Vordergrund. Es geht vielmehr um die Rückkehr zur Natur und um die Erhaltung und das Wohl der Biene, die unter anderem von der bekannten Varroamilbe stark bedroht ist. Schließlich bilden Insekten das Rückgrat unseres Ökosystems und es liegt an uns, ob die Bienen überleben werden und wir weiterhin die Artenvielfalt der Natur genießen können.

Die idealen Lebensbedingungen für die Bienen in der Stadt oder stadtnahen Bereichen unterstützen dies, da die Bienen im Jahresverlauf ein gleichermaßen gutes Nahrungsangebot finden – ganz im Gegensatz zu der von Monokulturen geprägten agrarindustriellen Landschaft. Die erste Tracht sind Hasel, Weide, Kornelkirsche und Frühjahrsblüher wie Krokusse, Winterlinge und Schneeglöckchen in Parks und botanischen Gärten, ab April folgen die Obstbäume aus Haus- und Kleingärten und danach folgen Balkonblumen sowie Kastanien, Robinien und Linden aus einer Vielzahl von Alleen im Stadtgebiet. Angesichts eines Flugradius von ca. 3 km ist die Vielfalt an Trachtpflanzen enorm.

Zudem sind Bienen wärmeliebende Tiere. Das Mikroklima ist in der Stadt im Durchschnitt um 2 bis 3 Grad wärmer als im Umland. Das heißt: Stadtbienen sind im Frühjahr zeitiger und im Herbst länger unterwegs als ihre Kolleginnen auf dem Land.

Natürlich stellt sich im selben Atemzug die Frage nach Schadstoffen, die im urbanen Umfeld stärker vermutet werden. Belastungen im Honig sind glücklicherweise Fehlanzeige, was auch Untersuchungen im Rahmen eines  Biomonitorings am Düsseldorfer Flughafen bestätigen, wo regelmäßig Honigproben der dort aufgestellten Bienenvölker hinsichtlich ihres Schadstoff- und Emissionsgehaltes überprüft werden. Da Honig auf dem Weg vom Nektar zum Honig-Glas einige Bienenmägen durchläuft, wird die Biene selbst zum Filter und lässt keine Schadstoffe für sich und andere im Honig zu.

Aus diesen Gründen ist auch Stadtimkerei in Ratingen ein Thema. Die kommunalen Dienste der Stadt Ratingen unterstützen diese Maßnahme, Carsten Becker, Dieter Anders und Dr. Hans-Werner Höffken haben ihre Bienen unter anderem  in Regenrückhaltebecken rund um die Ratinger City oder auf dem Dach des städtischen Bauhofs an der Sandstraße stehen.

Bienen mitten in der Stadt? Das erfreut einige  Nachbarn, die den friedlichen und fleißigen Bienen gerne zusehen und sich über die Befruchtung ihrer Blumen und Obstpflanzen freuen, denn im Gegensatz zu den Vorurteilen sind Bienen ruhige Flugkünstler, die sich nicht für Kaffeetisch oder Grillgut interessieren. Sie folgen den Menschen nicht, wie die ähnlich aussehenden Wespen, die schon einige (eigentlich entspannte) Garten- oder Balkonbesitzer zu Flucht oder Angriff getrieben haben. Unterscheiden kann man die beiden Insektenarten an der Färbung (Wespen sind grellgelb und schwarz, Bienen haben eher Brauntöne) und an der Behaarung (Wespen haben einen glatten Körper). Andere Anwohner in der Nähe von Stadtimkern haben noch nie Bienen zu Gesicht bekommen, da sich der größte Teil des „Flugverkehrs“ durch die bevorzugten Standorte oben auf den Dächern weit über den Köpfen der Menschen abspielt.

Natürlich hat es jeder Hobbygärtner selbst in der Hand, inwieweit er bei der Bepflanzung und Pflege seines Gartens oder Balkons darauf  achtet, möglichst Insektenfreundlich und schadstoffarm zu arbeiten. Und wer in seinem Garten barfuss laufen  möchte, wird beispielsweise blühenden Klee kurz schneiden. Denn auch die friedliebende Biene kann stechen, wenn man aus Versehen auf sie tritt. Kommt es einmal zu einem Stich, so sollte der Stachel zügig entfernt werden, damit weniger Bienengift eintreten kann. Die Einstichstelle kann gekühlt werden, als Hausmittel hilft das Auflegen einer aufgeschnittenen Zwiebel und auch homöopathische Mittel können gegeben werden. Bei starken Reaktionen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Viele weitere Informationen rund um Bienen, Honig und Imkerei hält der Ratinger Bienenzuchtverein auf seiner Homepage www.ratinger-bienen.de  bereit. Jeden zweiten Donnerstag gibt es zudem Treffen am Bienenlehrstand an der   Oststraße, bei denen interessierte Besucher herzlich willkommen sind, oder in Kürze am Infostand auf dem Bauernmarkt in der Ratinger City.

18.07.2012 H.W. Höffken

 

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