Ratinger Bienenzuchtverein

von 1868 e. V.

Jahresrückblick Bienenjahr 2015

Von 19 eingewinterten und am Heiligen Abend 2014 mit OXUVAR restentmilbten Bienenvölkern, konnten 18 durch den Winter gebracht werden. Die Volksstärke war recht uneinheitlich, aber im Durchschnitt eher geringer, als im Jahresmittel der vergangenen Jahre. Da mir für meine, im Jahr 2015, angestrebten Ziele, zehn Bienenvölkern ausreichend erschienen, habe ich acht Bienenvölker an Imkerkollegen abgeben können. Acht meiner verbleibenden zehn Bienenvölker standen in Homberg im Raps, eins im Regenwasser-auffangbecken in Lintorf und eins in meinem Garten. Da ich in erster Linie die stärkeren Völker abgegeben hatte, wurde am 24. Mai aus der Frühtracht von zehn Völkern im Durchschnitt 30 Pfund/Volk geschleudert. Ein Volk war im Raps  abgeschwärmt und alle anderen am Ende der Rapstracht gut entwickelt. Mit der Honigentnahme wurde im Zweiraumbetrieb Brut umgehangen und der Königin mit Mittelwänden Raum für eine weitere Expansion gegeben. Mitte Juni waren die Honigräume bereits wieder zu 2/3 gefüllt und so wurde, bevor ich am 23. Juni für zwei Wochen in den Urlaub gefahren bin, bei allen Bienenvölkern eine 3 Zarge mit ausgebauten Waben zwischen Honigraum und Absperrgitter aufgesetzt. Als ich am 7. Juli aus dem Urlaub zurück kam, war ich froh, dass kein weiteres Volk abgeschwärmt und auch kein Schwarmtrieb mehr vorhanden war. Alle Waben in der obersten Zargen waren gut gefüllt und verdeckelt und die mittlere Zarge sehr unterschiedlich mit Honig gefüllt. Bei wenigen Völkern war diese Zargen mehr als halb voll und in der Regel waren nur Honigkränze verdeckelt. Am 18. Juli konnten im Durchschnitt 48 Pfund/Volk geschleudert werden. Der Sommerhonig 2015 war bemerkenswert dunkel, was sicherlich mit dem trockenen Sommer und einer gut entwickelten Blattlauspopulation zu tun hatte. An dunkleren Honig kann ich mich aus dem Raum Ratingen nicht erinnern. Nach der Abschleuderung wurden je Volk 6 kg Zucker aufgefüttert und danach wurden die Bienenvölker während des Monats August mit ApiLifeVar auf einer Zarge behandelt. Im September wurden dann alle Bienenvölker so aufgefüttert, dass je Volk gute 10 kg Winterfutter eingelagert waren. Am 31. August habe ich noch einen externen Schwarm eingefangen, welcher problemlos aufgefüttert, jedoch im Sommer nicht mehr gegen die Varroamilbe behandelt werden konnte. Anfang September bekam ich noch einen 3 Waben Ableger, der mir in der kommenden Monaten sehr viel Freude bereitet hatte. Er entwickelte sich prächtig und ich konnte bis Mitte Oktober noch Waben dazu hängen. Auch im November flog dieses Volk noch auffallend intensiv, selbst bei Temperaturen von 10 bis 12 Grad wurde noch zielstrebig geflogen. Ich hatte den Verdacht, dass dieses Volk irgendwo anders räubert. Am 7. Dezember stellte ich fest, dass bei diesem Ableger viele verkrüppelte Bienen vorlagen und auch viele Varroamilben am Flugbrettkeil zu sehen waren. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass ein stark wachsender 3 Waben-Ableger in nur drei Brutperioden, so viele Varroamilben erzeugen kann, dass es ein so vitales Volksleben gefährdet. Im nach hinein vermute ich, dass hier eine starker Varroamilbeneintrag durch Räuberei stattgefunden haben muss. Aufgrund der milden Temperaturen im Dezember, habe ich die Winterbehandlung mit OXUVAR erst am 29.12.2015 durchgeführt. Von meinen 12 eingewinterten Bienenvölkern waren zu diesem Zeitpunkt neun recht gut, zwei eher schwächer und ein Volk, der oben beschriebene Ableger, fast bienenleer. Und ehe man sich versieht, ist ein weiteres Bienenjahr vorbei. Ich hoffe darauf, dass wir noch vier Wochen kontinuierlich um die 0 Grad bekommen, so dass die Bienen zur Ruhe kommen und weitgehend brutfrei bleiben. Denn bereits Mitte Februar ist damit zu rechnen, dass die Bienenvölker beginnen ihre Brutnester wieder langsam zu erweitern.

 

Ein weiteres spannendes Bienenjahr wünscht Euch

Dietmar Herzog

 

 

 

 

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