Ratinger Bienenzuchtverein

von 1868 e. V.

So entsteht Honig

Honig ist ein fertiges Endprodukt der Bienen.

Grundvoraussetzung für die Produktion von Honig ist das Vorhandensein von Nektar oder von Honigtau. Jede gesunde Pflanze produziert bei der Assimilation mehr oder weniger viele Zuckerstoffe, die in den Siebröhren befördert werden.

Dieser Siebröhrensaft besteht zum größten Teil aus Wasser. Der Zuckergehalt kann aber bis zu 30% betragen. In den Nektardrüsen der Pflanzen wird diese zuckerhaltige Lösung ausgeschieden, um Insekten (Bienen) anzulocken, die zugleich mit der Aufnahme des Nektars die Pflanze befruchten. Der Zuckergehalt des Nektars ist aber nicht so hoch wie der des Siebröhrensaftes. Der Zuckergehalt des Nektars ist auch nicht den ganzen Tag über gleich hoch – Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen eine große Rolle.Biene_mit_gesammelten_Pollen

Besonders die Farbe Gelb bei den Blumen signalisiert den Bienen, das hier Nektar vorhanden sein müsste. Da sich die Nektarien meist am Boden der Blüten befinden, erhöht sich die Verweildauer und die Bearbeitungsintnsität der Biene auf der Pflanze und dadurch wird diese optimal befruchtet.

Die Biene saugt den Nektar nun über ihren Rüssel auf und in der Honigblase wird dieser in den Stock transportiert. Dort wird der Nektar an die Stockbienen weitergegeben. Jetzt werden bieneneigene Stoffe zugegeben und der Wassergehalt wird reduziert. Die zugegebenen Fermente durch die Biene bewirken eine Veränderung des Zuckerspektrums und die Entstehung von Inhibinen – diese hemmen das Wachstum von Hefen oder Bakterien.

Die Reduzierung des Wassergehalts erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wird ein Tropfen Nektar über den Rüssel ständig herausgelassen und wieder eingesaugt. Ab einem Wassergehalt von ca. 50% wird der Nektar auf den Wabenzellen ausgebreitet. Durch kräftiges Fächeln mit den Flügeln wird Wasser verdunstet, bis der Nektar einen Wassergehalt von ca. 16 – 18 % erreicht. Nun wird der Nektar in Zellen gelagert und mittels einer luftundurchlässigen Wachsschicht überzogen.

Ist eine Wabe (Rähmchen) voll mit verdeckelten Wachszellen, so ist der Honig reif und kann geerntet werden. Mittels einer breiten Gabel entfernt der Imker diese Wachsschicht.

In einer Honigschleuder wird der Honig durch Fliehkraft von der Wabe getrennt. Bevor der Honig in Gläser abgefüllt werden kann, muß er noch gesiebt werden.

Wann holen die Bienen welchen Honig?

Bienen suchen und sammeln immer, entweder Wasser, Pollen, Honig oder Kittharz. Sie teilen einander mit, wo es viel zu holen gibt. Solange eine Quelle sehr gut ist, bleiben sie ihr treu. Sie fliegen dann also immer auf dasselbe Feld (Löwenzahn, Klee, Raps, ...) oder auf denselben Baum (Kiefer, Linde, Ahorn, Kastanie, Akazie,...). Dies solange bis die Quelle versiegt oder durch eine wesentlich ergiebigere abgelöst wird. Der Imker muss und kann seinen Bienen keine Aufträge erteilen. Sie fliegen selber dem Nektarduft nach und finden ihn.

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